Klingeltöne sind wohl jedem bekannt. Besonders in
der jüngeren Generation ist das neuste, aktuellste und teuerste Handy
nichts ohne die passenden Klingeltöne
Ein Klingelton ist ein Signalton, der bei Mobiltelefonen meist durch Audiodateien
erzeugt wird. Bei einem Anruf vom Teilnehmer, spielt sich der Song, bzw.
die Audiodatei ab. Vorlage sind meist Songinterpreten aus der Musikindustrie,
aber auch lustige Sprüche, sowie obszöne Geräusche werden
bevorzugt. Die ursprüngliche Idee war, dass die einzelnen Gesprächspartner
durch verschiedene Melodien schnell und einfach erkannt werden. Mittlerweile
hat sich dadurch allerdings ein eigener Wirtschaftszweig entwickelt. Die
Klingeltonindustrie war anfangs nur auf sehr wenige Anbieter beschränkt,
mittlerweile sind allerdings sehr viele Anbieter auf dem Markt vertreten
und die Umsätze steigen in Rekordhöhe. In Deutschland ist die
Firma Jamba! Marktführer.
Die Klingeltonformate sind verschieden. Es können
MIDI-Dateien, MP3s oder auch WAVs verwendet werden. Einige Handys sind
aber auch schon in der Lage, Töne via WMV-, oder RAM-Format abzuspielen.
Ältere Mobiltelefone hatten noch keine polyphonen Klingeltöne,
die Formate waren „Nokiaring – Nokia Ring Tone Transfer Language“,
sowie „iMelodie und der Vorgänger „eMelody“, die
von der Firma Siemens & Ericsson kamen. Heutzutage werden allerdings
neuere Methoden angewandt und die häufigste Art der Klingeltöne
sind MP3s. Im Gegensatz zu Midi-Dateien werden keine Einzeltöne,
sondern das komplette von Menschen wahrnehmbare Klangspektrum abgebildet.
MP3-Dateien sind je nach Bitrate meistens sehr viel größer
als MIDI-Dateien und brauchen deswegen auch aktuelle Handys, die diese
Formate abspielen können. Bei den neueren Modellen können sogar
kurze Videosequenzen abgespielt werden.
Das Wirtschaftswachstum der Klingeltonanbieter steigt
und steigt. Normalerweise kostet ein Klingelton ca. 1,99 Euro, aber auch
2,99 Euro bis hin zu 5,99 Euro für Klingeltöne, Logos und Spiele
werden berechnet. Die Abrechnung erfolgt über sogenannte Premium-SMS
oder bei Anruf von 0900-Nummern. Für viele Jugendliche ist es zum
„Sport“ geworden die neusten und lustigsten Klingeltöne
herunterzuladen und zu verwenden. Doch viele Jugendliche übersehen,
dass sie beim Kauf eines Klingeltons ein ungewolltes Abonnement abschließen.
Dieses Abonnement bedeutet zwar, dass der Kunde sich jeden Monat einige
Klingeltöne runterladen kann, aber er bekommt dann auch eine Rechnung,
die monatlich ins Haus flattert. Weitere Anbieter im Internet benutzen
Dialer, die hohe Verbindungskosten verursachen. Laut Statistiken wurden
2004 mehrere Millionen Klingeltöne verkauft und ein Gewinn von 138
Millionen Euro erwirtschaftet. Mittlerweile sind auch Musikstationen und
Fernsehsender wie z.B. MTV und Viva in das Boot der Klingeltonindustrie
eingestiegen. Fast mehr als 70% wird pro Werbespot an Klingelton Werbung
ausgegeben. Oftmals bestehen einige Werbeblöcke sogar aus ca. 90%
an Klingeltonwerbung. An diesem Beispiel sieht man ganz klar und deutlich
wie die Klingeltonindustrie versucht durch hohe Werbekosten ihre Töne
zu verkaufen. Doch der Markt scheint sich langsam wieder zu senken. Viele
Jugendliche laden sich per USB-Kabel, MMS, WLAN, Bluetooth, Infrarot oder
Speicherkarten aktuelle Klingeltöne auf ihr Handy. Das Prinzip ist
einfach erklärt: Der Benutzer schließt sein Handy mittels der
oben genannten Geräte / Kabel an und transferiert die Klingeltöne,
Videos oder auch Handylogos auf sein Handy. Viele Jugendliche schneiden
sich Ihre Musikstücke vorher zurecht und mixen die Stücke, um
sie schließlich als einmalig zu präsentieren. Es gibt mittlerweile
auch ganze Softwarepakete, die das Überspielen der Dateien noch einfacher
gestalten.
Dennoch: Laut Umfragen sind ca. 65% der Befragten von
Klingeltönen genervt. Aus diesem Grund, sind in einigen Anlagen bzw.
Gebäuden Handys strikt verboten.